Artgerechte Hasenhaltung

Hasen sind dämmerungs- und nachtaktive Pflanzenfresser mit einer Lebenserwartung von ca. 10 Jahren. Sie gehören europaweit zu den beliebtesten Haustieren.

Die Einzelhaltung von Hasen ist nicht artgerecht. Der Grund ist einfach: Hasen sind Gruppentiere. Sie finden in der Gruppe Schutz, pflegen sich gegenseitig und wärmen einander. Meistens bietet es sich an, zwei Tiere zu halten – entweder zwei Weibchen oder ein Weibchen und einen kastrierten Bock. Da Hasen ohnehin einen sehr großen Platzbedarf haben, sind größere Gruppen in Privathaushalten meistens nicht realisierbar.

Bevor Hasen angeschafft werden, muss das entsprechende Zubehör besorgt werden: Ein möglichst großer Innen- oder Außenkäfig mit ausreichend Versteckmöglichkeiten, eine Heuraufe und eine Wassertränke sind Mindeststandards. Die im Handel angebotenen Käfige mit den Maßen 100 x 50 cm entsprechen keinesfalls einer artgerechten Hasenhaltung. Am besten eignen sich Außenkäfige mit jederzeit zugänglichem Freilaufgehege. In jedem Fall muss das Gehege sowohl ausbruch- als auch einbruchsicher gestaltet sein. Hasen sind Fluchttiere; gerade im Freien benötigen sie viele Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten.

Als Futter wird hauptsächlich Heu gereicht, zusätzlich Frischfutter kleineren Mengen. Da die Zähne von Hasen beständig wachsen, benötigen sie auch etwas Hartes zum Knabbern, wie Körner und Äste.

Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind die stressanfälligen Hasen keine Kuscheltiere. Artgerechter und ebenso lohnend ist es, die lebhaften Tiere mit ihrem ausgeprägten Sozialverhalten einfach nur zu beobachten.